Warum ich hier schreibe.

Hi,

ich bin Kitty Glomb. Wie es zu diesem Namen kam, erzähle ich Euch vielleicht irgendwann. 🙂

Mein Deutschlehrer hat mal zu mir gesagt: „Ich weiß ganz genau, dass Sie überhaupt keie Ahnung haben. Aber Sie schreiben so geschickt darum herum, dass ich es Ihnen einfach nicht nachweisen kann.“

Diese Liebe zum kreativen Schreiben hat sich zwar nicht in meinem Beruf manifestiert – eher gar nicht… – aber ist offenbar noch immer latent vorhanden. In einer Nominierung zu „Positive Challenge“ bei Facebook hat sie dann ein Ventil gefunden und ist gleichsam an die Oberfläche gesprengt worden. Mit dem Ergebnis, dass mir dieser Blog übereignet wurde (ich wurde nicht gefragt 🙂 ), damit ich weiterschreiben kann. Vielleicht wollte auch nur die fb-Gemeinde meine langen Ergüsse nicht mehr lesen.

Na dann – Edelsenf auf’s Leben und überhaupt. Und manchmal statt dessen vielleicht Zuckerguss und Liebesperlen.

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Tag 7.

Am 7. Tag meiner positive challenge hat mich schon um 08.00 Uhr jemand so zur Weißglut gebracht, dass ich dachte, ich explodiere, und der Tag hat nicht wirklich dazu beigetragen, meinen Adrenalinspiegel herunter zu leveln. Kurz vor Feierabend habe ich als letzte Amtshandlung den Kopierer mitten im Kopiervorgang einfach ausgemacht, keine Ahnung, was mein Hirn dazu bewegt hat, und dann zuhause versucht, die Haustür mit dem Büroschlüssel aufzuschließen. Hat eine Weile gedauert, bis ich den Irrtum selber aufgeklärt hatte.

Ich werde trotzdem versuchen, noch ein paar verständliche Sätze zu formulieren.

  1. Es hat sich mal wieder bewahrheitet, dass viele Dinge, die man oftmals etwas geringschätzig als Binsenweisheit bezeichnet, durchaus einen wahren Kern haben. Sowas wie ‚Alles hat seine Zeit.‘ und ähnliches, das man von seinen Großmüttern und anderen Vorfahren mit auf den Weg bekommt. Ich werde das zukünftig wieder mehr zu würdigen wissen – und das ist sehr positiv! – , weil Folgendes vorgefallen ist:Meine Mutter hat früher immer gesagt: ‚Kind, sieh zu, dass alles an Dir in Ordnung ist, wenn Du das Haus verlässt. Es kann jederzeit passieren, dass Dir etwas passiert und dann kommst Du ins Krankenhaus und hast Löcher in den Socken. Das bringt Schande über die Familie, also, denk dran!‘ Mahnender Zeigefinger, strenger Blick.Ich habe eine Handtasche, die von der Größe her so ausgelegt ist, dass ich im absoluten Notfall auch mal darin übernachten könnte. Männer sind in der Regel fasziniert, so irgendwas zwischen staunend und schockiert, und man hat mir schon Geld dafür geboten, einmal hineinsehen und ihre Geheimisse ergründen zu dürfen. Das habe ich natürlich abgelehnt. Es waren nur 20 €.

    Heute hatte ich einen Gerichtstermin. Dem Hinweis in der Ladung, ich solle bei meiner zeitlichen Planung einkalkulieren, dass es beim Betreten aufgrund von Personenkontrollen zu Verzögerungen kommen kann, habe ich nicht ganz ernst genommen. Bis ich dann im Foyer stand und feststellte, dass man oder besser gesagt frau den gesamten Inhalt der Handtasche in eine Kiste leeren musste, um dann durch so ein Flughafendings zu schreiten und dann noch von oben bis unten abgescannt zu werden.

    Tja, da war es schon zu spät. In meinem Kopf spulte sich blitzschnell ab, was sich alles in meiner Handtasche befindet, die ich natürlich vorher nicht zensiert hatte. Unter dem interessierten Blick zweier Justizmitarbeiter und einer anfangs kleinen, aber immer größer werdenden Menschentraube hinter mir habe ich dann mit dem Auspacken angefangen. Das hat ein bisschen gedauert. Neben den üblichen Utensilien wie Portemonnaie, Handy, Timer etc. hatte ich eine beachtliche Sammlung verschiedenster Fisherman’s (eines Kioskes ebenbürtig; ‚besser haben als brauchen!‘), eine erkleckliche Anzahl lose herumfliegender weiblicher Hygieneartikel (‚Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!‘), einen Miniaturgartenzwerg (‚Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!‘), einen Lolli in Form eines pppiiiiieeeeps, den ich irgendeiner Junggesellenabschiedstruppe mal aus lauter Mitleid für einen Euro abgekauft und vergessen habe, ein Pfund Äpfel, ein paar High heels für den Fall des Falles, 12 Lippenstifte, einen Reservekanister und eine Regenkombi samt Helm für’s Motorradfahren dabei. Gut, der Helm war jetzt bisschen geschwindelt. Aber – kein Scherz – einen pinkfarbenen Cutter. Ich kann von Glück sagen, dass man mich nicht direkt überwältigt und abgeführt hat.

    Ich werde nun also wieder verstärkt auf die Stimmen meiner Ahnen hören, die mir just in diesem Moment sagen: ‚Hast die Wahrheit Du erkannt, besiegel‘ das schnell: mit Haselnussbrand!‘

  2. Es ist der letzte Tag der challenge. Deshalb möchte ich gerne noch etwas Nachdenkliches sagen. Auf dem Weg nach Hause habe ich einen älteren Mann gesehen, der auf dem Bürgersteig lief. Sein Rücken war, ich denke, durch eine Erkrankung, so gebeugt, dass sein Körper buchstäblich einen 90 °-Winkel bildete. Es muss unglaublich mühsam sein, seinen Alltag so zu bewältigen. Ich zumindest denke nicht ständig darüber nach, wie das Leben eben auch sein könnte, wenn ich nicht mehr fit, gesund, jung (naja, relativ jung) wäre. Das muss auch nicht sein. Aber ich denke, wir alle sollten dann und wann wenigstens ganz kurz mal inne halten und glücklich darüber sein, dass es uns heute gut geht, denn wir wissen nie, wie es morgen oder eben im Alter sein wird. Jeder Mensch, der uns begegnet, hatte bis dahin sein eigenes Leben und ein Schicksal, von dem wir nichts wissen, und bevor wir oberflächlich urteilen, sollten wir uns dessen bewusst werden, dass wir oftmals nichts über den anderen wissen, auch, wenn wir das glauben.

3. Es regnet.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Abend!

Tag 6.

Positive challenge, Tag 6. Heute will ich Euch mal von unglaublich tollen Einkaufserlebnissen berichten.

  1. Es ist manchmal gut, seine eigene Perspektive zu überprüfen und selbstreflektiv einen anderen Blickwinkel auf bestimmte Dinge zu suchen. Zum Beispiel auf diese Leergutsammler, die stundenlang die Automaten blockieren. Ihr wisst es ja, sie machen mich irre. Heute dachte ich: Kitty, Du musst das alles nicht so verkrampft sehen, und vielleicht entgeht Dir auch eine Wahnsinnserfahrung. Gesagt, getan, habe ich also auch mal gesammelte Werke ins Auto verladen, soviel halt in einen MX5 reinpasst.Mit dem Ergebnis war ich dann bei REWE. Und, ich muss es gestehen, es ist wirklich empfehlenswert. Während man Flasche für Flasche in den Schacht steckt, fällt die Last des Tages von einem ab. Während man wartet, bis Flasche 1 ganz hinten ankommt, bevor man Flasche 2 aus dem Wagen nimmt, kann man zur Ruhe kommen. Das leise Geklimper der Flaschen, wenn sie hinten im Nirvana verschwinden, hat etwas Klangschalenartiges. Bei Flasche 23 war ich in eine Art Meditationszustand verfallen, bei Flasche 37 habe ich aufgehört zu zählen, weil ich eine Art transzendentalen Zustand erreicht hatte, an dem sicherlich auch die geheimnisvollen Gerüche nicht ganz unschuldig waren, die aus dem Lager hinter der Apparatur schwallweise herüber kamen.

    Nebenbei erfährt man, wenn man da so steht und diese rituellen Handlungen vollführt, eine Welle der Aufmerksamkeit, gleichsam von hinten. Geballte Aufmerksamkeit, die sich in Vibrationen manifestiert. Besonders, wenn eine Flasche zurückkommt, weil das Etikett nicht lesbar ist.

    Selten so gechillt gewesen. Solltet Ihr auch mal versuchen.

  2. Ich habe eine Wassermelone gekauft. Ich muss gestehen: ich bin süchtig nach Wassermelone. Ähnlich wie nach Duschgel, nur anders. Wenn vorhanden, nehme ich manchmal 1/2 oder 1/4 Melone, aber heute war nichts Passendes vorrätig, und ich dachte, bei 1,99 €/kg nehme ich halt mal wieder eine ganze. Alter – an der Kasse wäre ich fast zusammengebrochen. Zeigt doch dieses riesige Display, das neuerdings zum Kunden erschrecken angebracht ist, einen Gesamtpreis von 9,25 € für diesen Oschi an. Erst dachte ich, das ist sicher die Gesamtsumme für die 6 Teile, die auf dem Band lagen. 9,25 hätten mich schon in DM schwer schockiert. Aber dann ist mir bewusst geworden, wie vorteilhaft das ist:- Ich habe auf einen Schlag vergessen, was mich heute im Büro geärgert hat, weil mein Gehirn nur noch mit dieser Summe beschäftigt war, die vor meinem inneren Auge wie eine aufdringliche Neonreklame flackerte.
    – Mir ist mal wieder bewusst geworden, dass der Euro, nichts, aber auch gar nichts mit irgendeiner Verteuerung zu tun hat, sondern lediglich mein Einkaufsverhalten überdacht werden muss. Deshalb an dieser Stelle nochmal vielen Dank an die herausragenden Wirtschaftsexperten unseres Landes, es ist doch immer wieder gut, festzustellen, wo man hingehört, und in Demut seine Schwächen anzuerkennen.
    – Ich habe vor Schreck keinen Kuchen mehr gekauft.
  3. Ja, die Sonne scheint! Aber ich bin auch noch nicht ganz durch mit der Shoppingtour. An der Kasse folgende Situation. Vor mir steht eine Kundin mit nur drei Teilen. Prima, denke ich, solange, bis sich Oma Else mit ihrem 12jährigen Enkel hinter der Kasse aufbaut, einen Beutel und einen Bon in der Hand. Mit schwant Übles. Genau. Kartoffeln werden reklamiert. Während die Kassiererin sich mit diversen 83-stelligen Codes abmüht, sagt Omi: ‚Jason-Adonis, ich geh mal kurz weg, Du regelst das dann.‘ Jason-Adonis bricht der kalte Schweiß aus. Mir auch. Der Kassiererin ist es mit Hilfe des Filialleiters gelungen, die Erdäpfel zurück zu bonen (oder wie das heißt). Aber, oh Graus, auf dem Bon stehen 1,79 €, in der Kasse 1,89. Natürlich können Else und Jason-Adonis den Überschuss nicht einfach bekommen. Jason-Adonis scharrt mit den Hufen. Alles noch mal raus aus der Kasse, alles wieder rein in die Kasse. Jason-Adonis soll das Geld bekommen, ob er einen Cent klein hat. Er bricht in Tränen aus. Gott sei Dank kommt in diesem Moment Else zurück.Tja. Und dann werden meine Einkäufe verarztet, auf dem Weg nach draußen gucke ich auf den Bon und stelle fest, dass ein 30%iger Rabatt nicht berechnet wurde. Zurück – und an der Kasse war inzwischen natürlich die nächste Kundin an der Reihe. Die Kassiererin war gerade bei Teil 3 von 79 angelangt.

    Was soll ich sagen. Einkaufen ist wunderbar. Man kann seine eigenen Fähigkeiten schulen, Geduld zum Beispiel, und Selbstbeherrschung, fühlt sich in die eigene Kindheit zurückversetzt und darf außerdem auch immer wieder Zeuge menschlicher Annäherung werden. Zumindest bei REWE. Die haben jetzt eine Art Beziehungsanbahnungssystem installiert. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Tüten immer nur an der linken von zwei Kassen im Gang bereit liegen. Wenn man rechts steht, muss man zwangsläufig jemandem auf der anderen Seite zwischen den Beinen herumgrabbeln, um an eine Tüte zu kommen. Nun denn. Vielleicht gibt es ja demnächst das erste Baby namens Rewe Müller.

Gehabt Euch wohl für heute.

Tag 5a.

Tag 5a –  weiter im Takt. Nach einem Tag Aussetzen wegen des gefressenen Facebooks bin ich schon kurz vor dem Platzen vor lauter Positivität.

  1. Heute Morgen. Tatort Küche. Ich stelle eine frische Tasse Kaffee auf die Küchenzeile und gehe noch kurz ins Wohnzimmer, Blumen gießen. Komme zurück, nehme den Becher und stelle ihn – umgedreht natürlich, wie man das so macht – in die Spülmaschine. Tja, was soll ich sagen. Eine ziemliche Sauerei.Was war da passiert? Ich vermute Folgendes: gestern, beim Saisonstart im Botanischen Garten, war ich ca. 5 Stunden lang draußen im Dauerregen unterwegs. Und nass bis auf die Knochen, wie man so schön sagt. Ich habe also zuhause erstmal das ganze feuchte Zeug in den Trockner geworfen. Sachen, die den nicht vertragen, auf die Wäscheleine gehängt. Als ich mein Gehirn heute Morgen abgenommen habe, war es noch leicht feucht und etwas zerknittert. Bügeln habe ich mich nicht getraut, also rein damit, was soll’s.Und ich denke, es muss sich jetzt erst noch ein bisschen akklimatisieren nach diesem Ausflug, und entknittern. Es scheint etwas langsamer zu denken und manchmal auch ein bisschen zu holpern. Bis es seine normale Leistung wieder erreicht hat, könnte es also wohl sein, dass es zu der einen oder anderen etwas ungewohnten Verhaltensweise kommt.

    Und ich finde das genial, diese vorübergehende Denkeinschränkung. Also, hoffentlich vorübergehend. Sonst kommt es heute Nacht auf die Heizung. Ich habe des öfteren schon mal darüber nachgedacht, dass es durchaus angenehm sein könnte, mal nicht dauernd nachzudenken. Nicht alles schon immer 10 Schritte im Voraus zu betrachten und abzuwägen und hin und her zu wälzen und dann lieber doch nicht zu machen und all dieses Grübelgedöns.

    Ihr kennt das doch bestimmt auch. Da sitzt jemand vor Dir. Sagen wir mal, ein Kollege. Oder ein Kunde. Wer auch immer. Und erzählt Dir den allerletzten Mist. Er provoziert Dich absichtlich. Du regst Dich auf. Möglicherweise ist er tatsächlich auch noch ein übler Zeitgenosse und er geht Dir sowas von auf die Nerven, dass Du ihn am liebsten anschreien möchtest, dass er seinen Piiiieeeeeps aus der Tür schwingen und niemals mehr zurückkehren soll. Du wirfst ihm noch eine Hirnzelle hinterher (siehe den nächsten Beitrag –  die haben auch Hirnzellen!) und brüllst: Hier hast Du noch eine. Dann sind es zwei, eine zum Atmen und eine zum Denken!!!‘

    Statt dessen kommt Deine gute Erziehung und berufliche Bildung zum Tragen, Dein Gehirn ist schon längst wieder in diesem ‚bloß-nichts-Unüberlegtes-tun-Modus‘ und Du hörst Dich sagen: ‚Herr X, ich würde es gut finden, wenn wir auf eine sachliche Ebene zurückkehren würden. Habe ich Sie gerade richtig verstanden, dass Sie…‘ blablabla, dieses ganze Deeskalationsgesülze, gewaltfreie Kommunikation, Kommunikationsquadrat und so weiter. Das Ende vom Lied: er kapiert ohnehin nicht, was Du meinst, und Dir geht es immer noch schlecht. Na, vielen Dank auch, liebes vernünftiges Gehirn.

    Oder im Straßenverkehr. Da fährt jemand vor Dir. Mit knapp 48 km/h. Da in einem Kilometer ein fester Blitzer kommt, lässt er sich schon mal ausrollen bis dahin. Da könnte ich durchdrehen. Also, zum einen werde ich eine Petition anschieben, sobald ich wieder voll auf der Höhe bin, also die Falten im Oberstübchen raus sind. Für Blitzer, die diejenigen erwischen, die zu LANGSAM unterwegs sind. Mein Adrenalinspiegel steigt jedenfalls jedes Mal in schwindelerregende Höhen und am liebsten würde ich so einer Blindschleiche gerne mal total aus Versehen hinten rein fahren. Das muss eine unglaublich erleichternde Aktion sein. Kennt Ihr den Film ‚Grüne Tomaten?‘ Die Szene auf dem Parkplatz? Genau so. Endorphine pur.

    Aber nein, die gönnt mir Mrs. Vorsicht da oben natürlich nicht. ‚Oh mein Gott. Das ist kriminell. Das geht gar nicht (da hat sie natürlich recht. Aber schön ist so eine Phantasie trotzdem. 🙂 ). Denk nicht mal drüber nach. Und auch aussteigen und anbrüllen nicht. Der Fahrer mit dem Hut vor Dir könnte Dich anzeigen. Oder vor Aufregung ohnmächtig werden. Und wenn das Deine Mutter wüsste.‘

    Aber jetzt grad geht’s. Kein ständiges Gequatsche und Senden irgendwelcher seriösen Impulse von da oben. Was für eine Erfahrung, juchu! Ich werde dieses unerwartete Geschenk nutzen und, wenn ich hier fertig bin, mal ein paar Telefonate erledigen und Emails schreiben, bevor alles wieder trocken ist!

  2. Offenbar hat die nistende Amsel Theos Nesttrieb angeregt. Das ständige Beobachten des Piepmatzes durch die Balkontür hat Spuren hinterlassen. Als ich gerade ins Wohnzimmer kam, habe ich festgestellt, dass er sich mein Glückshormon gekrallt hat. Doch, es ist eins. Ein Makro-Glückshormon. Ich kann sie nur empfehlen. Der Züchter heißt Perlsacktiere.de. Aber wenn Ihr noch ein bisschen wartet, könnt Ihr vielleicht auch eins von mir bekommen. Theo hat beschlossen, das Hormon zu bebrüten. Und wenn alles klappt UND er es nicht vorher auffrisst, gibt es demnächst auch bei mir ein Rudel Glückshormönchen. Ich werde aber sorgfältig abwägen, wer eines bekommt. Der Kerl unter 2. schon mal nicht. Der kann schon froh sein, wenn ich ihm die zweite Hirnzelle hinterwerfe.20150422_204910

3. Kaum zu glauben, aber: die Sonne scheint!

Habt einen schönen Abend und einen positiven Start in die nächste Arbeitswoche!

Tag 4.

Tag 4 der positive challenge – Gott, wie die Zeit vergeht.

  1. Ihr habt es ja schon mitbekommen. Irgendwie will es das Schicksal – ich nenne es jetzt einfach mal Horst -, dass ich von einer steten, manchmal durchaus erfreulichen, oft aber mal mehr, mal weniger nervigen Geräuschkulisse umgeben bin. Von wegen, am Park wohnt man ruhig.Es beginnt mit unseren gefiederten Freunden und (meist) federlosen zweibeinigen Paradiesvögeln auf Bänken oder in der Kuschelmuschel (von wegen, Musikmuschel…) , auch gerne mal bei nächtlichen Rollerrennen im Park oder Trinkwettbewerben engagiert, steigert sich über Hunde und rollige Katzen und wird abgelöst von sämtlichen Höllengeräten für draußen, die Hornmann so zu bieten hat. Neulich habe ich einem leicht verblüfften Menschen, voll auf 180 (also, ich) die Leviten gelesen, der gefühlt jeden Tag schräg gegenüber meines Büros ca. eine Stunde herumpustet, um 3 Staubkörner und 2 Blätter wegzublasen. Nächstes Mal nehme ich ihm das Ding einfach weg. So schnell kann der gar nicht gucken. Vielleicht kann man damit auch mal ein Meeting aufmischen. Frischen Wind reinbringen. Was früher die ’neuen Besen‘ waren, ist heute der Laubpuster. Management by Heli wird abgelöst durch MbL. Eventuell eine Marktlücke.Aber das wollte ich gar nicht erzählen. Die neuste Finte von Horst Ende 2014: eine Kernsanierung im Dachgeschoss meines Wohnhauses. Eine Abrissbirne da oben hätte weniger Dreck und Lärm verursacht. Alles von vorne bis hinten eingerüstet, freundlicherweise das Quadratkilometergroße Werbeplakat der Firma B. direkt vor meine Küche gehängt, so dass ich Sonnenfinsternis hatte, Schuttrutsche am Schlafzimmer vorbei, 50 cm Luftlinie, ich dachte manchmal, der 3. Weltkrieg ist ausgebrochen. Schornsteinabriss über drei Stockwerke und weiß der Geier, was die da oben bis vor einer Woche noch so veranstaltet haben. Und der kräht natürlich auch noch lauthals mit.Vor ein paar Tagen wollte ich mal nach dem Wetter sehen, weil auf fb lauter strahlende Posts diesbezüglich zu lesen waren, aber bei mir war alles nebelig und dunkel. Wie sich herausstellte, sind meine Fenster so vollgesaut, als wäre eine Milchglasfolie verklebt, die ein besoffener Designer gestaltet hat. Nachdem ich eins geöffnet hatte und ein Streifen Tageslicht in meine Höhle fiel, wurde das ganze Ausmaß deutlich. Meine ganze Wohnung ist von Baustaub überzogen. Alles. Möbel, Böden, Bilder, Bücher – alles. Eine Riesenschweinerei. Die sind ja zwar eigentlich reinlich, aber ich meine den Zustand, in dem sie sich direkt nach dem Suhlen befinden. Danke, Horst!

    Flugs also den Hausverwalter, Herrn Aster (Name geändert, Anm. der Red.) angeschrieben und ihm freudig mitgeteilt, dass meinerseits nichts einer Terminabsprache für die Grundreinigung zu Lasten des Eigentümers entgegen steht.

    Leider hat er sich bisher nicht gemeldet. Aber – dies hier wäre ja nicht die positive challenge, wenn ich das nicht total klasse finden würde! Ich habe angefangen, kleine Sandburgen zu bauen. Mein Bad gleicht einer entzückenden, kleinen Oase (im Sandsturm) und ich habe auch schon eine Fata Morgana gehabt. Ein Flaschengeist ist mir erschienen. Er roch nach Grappa. Gerade zog ein – zugegebenermaßen sehr kleiner  – Wüstentiger vorbei, und da hinten trabt eine Karawane heran. Auf den Kamelen sitzen Männer mit Bauhelmen.

    Ich werde die Wohnung als Kulisse für ‚Der englische Patient 2‘ sowie ein Remake von ‚Laurenz von Arabien‘ zur Verfügung stellen. Die Verträge sind kurz vor dem Abschluss, aber ich dachte vorher noch an eine Beachparty. Die letzte in einer Wohnung, bei der ich mal war, ist ca. 25 Jahre her. Zu vorgerückter Stunde haben wir die Wände passend zum ausgestreuten Sand mit Wandfarbe dekoriert. Strandszenen. Sonnenuntergänge. Sowas natürlich nur. Äußerst chillig. Naja, es wird jedenfalls dringend mal wieder Zeit.

    Ich geh dann mal Limetten für die Caipis kaufen. Rein kommt nur, wer passende Bekleidung trägt und ein Set aus Schäufelchen, Harke, mindestens drei Förmchen und Eimer sowie ein aufgeblasenes Gummitier dabei hat. Und Horst ist auch eingeladen.

    Hang loose!

  2. Es ist ja schon spät. Um hier langsam mal zum Ende zu kommen, habe ich beschlossen, Euch heute meinen Lieblingswitz zu erzählen. Ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich megalustig ist, oder ob ich langsam einfach nur grenzdebil werde, weil ich immer noch selber drüber lachen muss. Da müsst Ihr jetzt durch.Zwei Kannibalen essen einen Clown. Sagt der eine: ‚Der schmeckt aber komisch.‘ So, schon zuende, ich lache, das ist ja sowas von positiv!

3. Die Sonne hat geschienen.

Fertig! Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende!

Tag 3.

Tag 3 der challenge ist angebrochen. Ich hatte schon bis mittags wieder so unglaublich tolle Erfahrungen, ich lege also los:

  1. Meine Waage hasst mich. Ich bin ganz sicher und nein, ich bilde mir das nicht ein. Wenn ich mich draufstelle, fängt sie an, hämisch grinsend irgendwelche willkürlichen Zahlen einzublenden, um mich in den Wahnsinn zu treiben. Sie legt sich so lange nicht fest, bis ich einatmen muss, packt dann nochmal so 300 g obendrauf und leuchtet mich triumphierend mit einem aberwitzigen Ergebnis an. Vermutlich dudelt sie dabei demnächst noch so lustige Melodien wie beim Flippern, ich habe sie neulich nachts heimlich üben hören.Das Gute ist aber – dies ist ja schließlich eine positive challenge: ich habe kürzlich so ein Buch gelesen. ‚Finde Deine Mitte, auch wenn sie schwer ist‘ oder so ähnlich. Jedenfalls habe ich gelernt, mich besser abzugrenzen. Wenn ich jetzt auf der Waage stehe, atme ich gaaaaanz tief in meine Füße (sie zeigt 300 g mehr) und besinne mich darauf, dass es IHRE schlechten Gedanken sind, nicht meine, und dass es IHR deswegen schlecht gehen muss und nicht mir, und ich bleibe gaaaaaaaanz bei mir. Eine unglaublich positive Erfahrung!Dennoch möchte ich die Waage gerne in andere, liebevolle Hände abgeben. Schließlich habe ja nur ich gelernt, mit diesen negativen Energien umzugehen, die mir entgegen kommen. Sie selbst wird aber immer kiebiger, und ich möchte ihr dieses Schicksal ersparen. Sie kriegt schon einen dauerhaft bösen Ausdruck. Die Chemie zwischen uns stimmt einfach nicht.Wer möchte ihr ein neues Zuhause geben? Sie ist wirklich drollig (schönes Wort übrigens) anzusehen, sie kann ein paar Kunststücke und verträgt sich auch mit anderen Waagen. Es ist auch kein Problem, sie zusammen mit anderen Geräten wie Haartrocknern, elektrischen Zahnbürsten oder Radios zu halten. Lediglich in Diätphasen reagiert sie unberechenbar und manchmal sogar aggressiv. Im Notfall muss sie auf die Stille Treppe, bis sie aufhört zu knurren.

    Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften.

  2. Immer mal wieder bin ich auf der Suche nach Entlastungsstrategien, zum Beispiel im Berufsleben. Oder auch für andere Situationen wie Gerichtsverhandlungen. Vorstellungsgespräche. Beziehungsstress. Im Grunde also ein universelles Kompensationswerkzeug.Ihr kennt das ja sicher auch. Da sitzt man in einem Meeting , ahnt nichts Böses und urplötzlich nimmt das Ganze eine Wendung , dass einem der Kamm schwillt. Gut, für eine Frau jetzt vielleicht eine unglückliche Metapher…. wie dem auch sei, Gesprächspartner, die man bis dahin für vernunftbegabte Wesen hielt, zeigen manchmal unerwartet ihr wahres Gesicht, und das ist nicht immer schön. So ein bisschen wie bei Men in black, wenn das Edgar-Kostüm abfällt und The Bug zum Vorschein kommt.
    Es gibt ja schon eine Menge Tipps, wie man sich aus dieser Situation retten kann, um nicht komplett zu eskalieren – also beispielsweise jemanden zu erschießen, eine Ohnmacht vorzutäuschen oder kreischend den Raum zu verlassen.
    Das bereits erwähnte ‚In-die-Füße-Atmen‘ ist eine gängige Technik. Oder, ein Klassiker: ‚Stellen Sie sich Ihren Gesprächspartner nackt vor. Das bagatellisiert ihn, nimmt ihm seine Macht und katapultiert Sie auf eine überlegene Ebene, von der aus Sie unbeschwert agieren können.‘ Gerade letztere Methode habe ich verworfen. Ich habe festgestellt, dass sie mir oft mehr schadet als nützt und ich tagelang diese Bilder einfach nicht mehr loswerde. Ich haue mir ja auch nicht absichtlich mit einem Hammer auf den Daumen.Ich entwickele zur Zeit nun eine neue Methode. Die klinischen Tests sind noch nicht ganz abgeschlossen, aber es macht bereits jetzt soooo einen Heidenspaß (haben die eigentlich mehr Spaß als Christen?!), ich bin ganz außer Rand und Band und finde die Wirkung alleine schon auf meinen Organismus so positiv, dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte. Sie geht so:Das Gegenüber – der Widersacher, der Kontrahent, der Nervtöter, schlicht der Feind  – blubbert los. Du merkst, wie Dein Blutdruck steigt und die Herzfrequenz, Du versuchst, sachlich zu bleiben, aber es wird nicht mehr lange gut gehen und es wird es FÜRCHTERLICH werden. Die Schnappatmung steht kurz bevor, Du suchst unbewusst nach Gegenständen, die sich als Wurfgeschoss eignen, Dein Blick flackert und die Oberlippe wird schmal…..
    ….und dann lehnst Du Dich entspannt zurück und stellst Dir vor, wie Du mit Zeige- und Mittelfinger Deiner rechten Hand langsam den Arm des Unruhestifters entlang taperst, kurz an seine Wange klopfst (nein, nicht zuschlagen bis Blut kommt!), an seinem Ohrläppchen ziehst und dann seine Nase leicht hin und her bewegst (nicht brichst!!!! Anfängerfehler!). Dabei murmelst Du leise vor Dich hin: ‚Kommt `ne Maus die Treppe rauf, klopfet an, Bimmelimmelimm, guten Tag, Frau Nasemann!!!‘

    Ich schwöre, es hilft. Vorsicht, am Anfang tappt man leicht in die Falle und die Hand macht sich selbständig. Das ist NICHT gut. Obacht also. Möge die Macht mit Euch sein.

    3. Die Sonne scheint.

Tag 2a.

So. Tag 2a meiner positive challenge.

Tag 2 habe ich übersprungen. Ich lag flach. Natürlich wäre ich durchaus in der Lage gewesen, das unglaublich wohlmeinend zu betrachten, aber ich wollte Euch nicht wirklich mit euphorisch-positiven Konnotationen meiner Magenprobleme belästigen.

  1. Heute Morgen. Tatort Bad. Mal wieder. Ich habe das erste Mal ein neues Duschgel ausprobiert. Ich bin duschgelsüchtig, das kann ich bei der Gelegenheit dann auch gleich mal outen. Ich komme bald nicht mehr in die Dusche wegen der vielen Ablagen, Körbe etc., in denen sich Duschgel über Duschgel befindet. Ich werde nervös, wenn die Auswahl auf unter 10 sinkt. Dann muss ein Date mit Herrn Rossmann her.Dieses jetzt: Himbeer-Vanille und – vegan!!! ^^ Unglaublich. Vor dem Kauf war ich etwas irritiert. Ich las das Etikett und mein Gehirn war mal wieder zu schnell. Es galoppierte los, schlug ein paar Purzelbäume, kam zurück und präsentierte mir im Gegenzug den Gedanken an ein Duschgel mit Kotelett. Das musste ich erstmal verarbeiten.Nun hatte ich also nach der veganen Dusche den ganzen Vormittag das Gefühl, dass mich der Duft an irgendetwas erinnert. Immer wieder zuckte so ein Hauch von Erkenntnis vor sich hin, bis ich es dann gerade endlich zu fassen bekam. Ich rieche wie diese Erdbeer-Sahne-Bonbons, diese runden, flachen, gestrudelten. Kann es etwas Wunderbareres geben, als ein personifiziertes Stück Glückseligkeit aus Campino-Tüten zu sein?! Es ist toll. Allerdings habe ich ein bisschen Angst, dass irgendein Kind anfangen könnte, meinen Arm abzulecken oder mir ins Bein zu beißen. Die gucken schon so komisch.
  2. Tatort Bad. Ja, schon wieder. Es GIBT einfach keine Zufälle und das Schicksal meint es doch so unglaublich gut mit uns. Wir müssen nur genau HINHÖREN, wenn es uns etwas sagen will. Ich föhne also mal wieder so vor mich hin, fällt mein Blick auf meinen Badreiniger. Nein, kein Mann, sondern eine Flasche. Also, eine Sprühflasche. Biff Badreiniger. Mein Gehirn mal wieder außer Rand und Band und kramt ein Buch hervor, das ich mal gelesen habe. „Die Bibel nach Biff“ von Christopher Moore, dessen Humor ich sehr schätze. Ich muss unbedingt mal wieder was von ihm lesen. Jedenfalls fiel mir über diese Verbindung zu Jesus Kumpel Biff und zur Bibel ein, das meine Schwägerin heute Geburtstag hat, denn sie hat mal in einem Kirchenchor gesungen. Biff sei Dank für diese Gedankenstütze. Das Leben kann so leicht sein!
  3. Die Sonne scheint.

Einen wunderschönen, positiven und extrem guten Tag wünsche ich Euch!

Tag 1.

Tag 1 meiner ‚positive challenge‘ – und liebe Faith, ich danke Dir nochmal für die Nominierung, es ist eine tolle Erfahrung, wie leicht man Positives in seinem Alltag ausmachen kann, wenn man es nur will! Also, nun zur Sache:

  1. Früh am Morgen, Tatort Bad. Haare geföhnt. Haben elektrisiert wie Sau, egal, was ich dagegen unternommen hab. Aus dem Spiegel sah mich eine Pusteblume an. Auch Assoziationen, in denen Hamster aus dem Trockner kamen – langhaarige – tauchten auf. Ich fühlte mich ein bisschen wie Hasi aus der Werbung, nach der Wiederbelebung, nur ohne Lehrer. Ein großes Hallo, einen vergnüglicheren Start in den Tag kann man sich kaum wünschen!
  2. Seit einiger Zeit habe ich Angst, morgens in die WZ zu schauen. Dort findet sich, ausgerechnet an strategisch günstiger, weil wirksamer Stelle unten auf Seite 3, ständig großflächige Werbung. Nicht für Möbel, Currywurst oder Blumen, sondern für so Mittelchen. Gegen oder für Vorkommnisse an oder in intimsten Körperregionen zum Beispiel . Da bleibt mir das eine oder andere Mal der Kaffee im Hals stecken. Ãœber manche Sachen möchte ich zum Frühstück nichts lesen, und über manche gerne gar nichts. Aber der Blick wird unweigerlich magisch angezogen. Heute Morgen dann, passend zum 1. Tag der Challenge, die tolle Ãœberraschung : diesmal wurde nur für ein Mittel gegen Fußgeruch und -pilz geworben! Man ist ja schon für kleine Dinge dankbar.
  3. Die Sonne scheint!

Schade, nur 3 Dinge pro Tag. Ich glaub, da kommt noch einiges. Ich freu mich schon auf morgen!