Keinhorn, bitte.

Keinhorn, bitte.
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Wann ist das eigentlich genau passiert? Diese Sache mit der demonstrativen Kleinmädchenniedlichkeit?

Da wundern wir uns über die Mangamanie, die Japanerinnen dazu bewegt, sich in Schuluniformähnliche Kostüme zu schmeißen, rosa Perücken mit Zöpfen und Riesenschleifen aufzusetzen, sich Kulleraugen zu schminken und so in den nächsten Club zu gehen.

Aber gestern bin ich kurz einkaufen gewesen. In 10 Minuten sind mir drei Frauen zwischen 25 und 45 und eine Großmutter entgegen gekommen, die Mützen mit Tiergesichtern und –ohren trugen. Naja. Bei der alten Dame bin ich mir nicht ganz sicher. Vielleicht hatte sie nur vergessen, die Haare über den Ohren nach dem Entfernen der Lockenwickler auszukämmen.

DAS ist strange! Ich habe manchmal das Gefühl, in einem Bebe-vernebelten, rosa glitzernden Paralleluniversum gelandet zu sein. Mit Blingbling.

Anne hat mir neulich in Plüschpuschen die Tür aufgemacht, die die Form von Hasen hatten. Stefanie erschien zum Mädelsabend (?!?? Die jüngste von uns ist 36!) – Dresscode: was Bequemes – im Frottee-Einteiler mit Reißverschluss und Füßen dran. Pink und mit blauen Delphinen bedruckt. Natürlich mit einem Delphinkopf als Kapuze.

Ingrid (46) kauft Seifenspender nur noch in Minionform. Seitdem riecht sie ständig nach Banane. Im Kino hat sich neulich jemand weggesetzt. Er murmelte was von Bananenallergie.

Stefanie schickt mir ständig unglaublich originelle Videos, in denen Bärchen, Entchen oder Häschen mir total süße Sachen sagen. Besonders zu Weihnachten, Silvester und am Geburtstag freue ich mich über diese persönlichen und absolut individuellen Grüße immer sehr. Wenn mich dann noch ein Horrorhase mit einer Stimme zutextet, die wie eine Mischung aus Heidi Klum und Speedy Gonzales auf Helium klingt, kennt meine Begeisterung gar keine Grenzen mehr. Man könnte auch sagen, sie schlägt in Hysterie um.

Facebookseiten erwachsener Frauen sind voll mit Posts wie – „Ich habe keine Lust mehr, ich geh jetzt auf’s Trampolin!“, kleinen, herzigen Schildkröten, die sich unter eine bestickte Rüschenbettdecke kuscheln und allen wunderschöne Regenbogen-Träume wünschen und den Ergebnissen aus Tests wie: „wenn Du eine Disneyfigur wärst, dann wärst Du…..herzlichen Glückwunsch, Arielle!!!“

Letzteres hat heute meine Kollegin Brigitte gepostet. Nächstes Jahr geht sie in Rente – die anderen basteln bereits an der Lillyfee-Girlande für’s Büro.

Und vorgestern dann der Supergau. Apple hatte ja schon aufgerüstet. Und nun hat Android nachgezogen. Neuen Emojis nach dem aktuellen WA-Update.

Mädels, wagt es ja nicht.

Wenn ich noch ein einziges Einhorn sehe, muss ich brechen!

So,, jetzt aber alle schnell auf die Couch gehüpft, eine heiße Milch mit Honig im „Aschenputtel ist der beste Beweis dafür, dass Schuhe Leben verändern!“-Becher in der Hand, und danach in die Federn kuscheln und gaaaaanz schnell die Äuglein zu! Sonst kommt das Monster aus dem Schrank und frisst Eure Einhornsocken!

Eure Kitty

3 Gedanken zu „Keinhorn, bitte.“

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