Tag 0.

Zack, schon ist es wieder soweit. Nichtsahnend schlage ich mein Facebook auf, und – tataaaaaaaaa: für eine Challenge nominiert!

Nun muss ich ja sagen, dass ich mich im Grunde genommen glücklich schätze, dass es mich an dieser Stelle erwischt hat. Es hätte schlimmer kommen können. Zum Beispiel, wenn mich jemand für eine „Jeden Tag 10 Liegestütze mehr-Challenge“ benannt hätte. Oder ich mich zu „Schnee ist wundervoll“ hätte bekennen und jeden Tag glückliche Winterfotos hätte posten sollen. Spätestens da wäre ich dann mal unhöflich geworden und hätte dankend abgelehnt. Zumal ja am Ende dieser ganzen Sache nicht mal ein Preis ausgelobt ist.

Dieses Mal ist es also Dank meiner lieben Freundin Faith die „Naturfoto-Challenge“ geworden. 7 Tage lang darf ich Naturaufnahmen posten.

Das stellt mich gleich vor mehrere Herausforderungen.

Es fängt schon bei der Auswahl passender Bilder an, denn – was heißt denn nun Natur? Reicht es, wenn die Aufnahme draußen entstanden ist? Ist eine Mieze im Fokus eine Natur- oder eine Tieraufnahme? Menschen? Mit oder ohne Bekleidung? Reichen natürliche Bestandteile? Was ist mit Teilen von Lebewesen, sagen wir mal – einer romantisch verwitterten Krebsschere am Strand?

Ich sehe schon, das wird nicht einfach. Und Faith wird sich möglicherweise am Ende der Woche in Despair umbenennen müssen, wenn sie mit Haare raufen fertig ist.

Das zweite Problem ist, dass ich mich gerade in einer eher morbiden Phase mit apokalyptischer Weltanschauung befinde und es sein könnte, dass sich das das eine oder andere Mal in meinen Bildern widerspiegelt. Ich bitte daher schon mal apokal….prophylaktisch um Entschuldigung. Aber auch eine tote Ratte ist schließlich eine Ratte – oder?!

Naja. Ich taste mich mal ganz langsam heran. Dann habt Ihr noch die Chance, zu buzzern und mich liebevoll, aber bestimmt in eine andere Richtung zu lotsen. Ich deklariere den heutigen Tag also zu Tag 0 der Challenge und beglücke Euch mit einem kleinen, müden Hamster. Vielleicht ist er auch tot oder ohnmächtig oder ausgestopft. Aber im Freien!

DSCF0812

Hach, ich fühle mich jetzt schon unglaublich naturverbunden! Habt einen schönen Tag, Eure Kitty.

Ostern.

Vorgestern wurde ich wieder einmal Zeugin folgenden absurden Monologes:

„Mein Gott, ist das schrecklich, vor den Feiertagen denken immer alle, es könnte der Notstand ausbrechen. Dieser Sturm auf die Supermärkte, wie die Bekloppten. Hamstereinkäufe!!! Da schleppen sie tonnenweise Lebensmittel in ihre Familienkutschen! Als würde es morgen nichts mehr zu essen geben.“

Gehalten an der Kasse im Supermarkt. 😀

Nichtsdestotrotz – auch, wenn es dieses Wort ja, der Meinung einiger zufolge, gar nicht gibt, aber manchmal hüpft es mir einfach in die Tasten, gerade zu Ostern – liebe ich diese Feiertage. Anders als Weihnachten und, noch schlimmer, Silvester, kommen sie ohne die aus meiner Sicht typische deutsche (vielleicht auch nur Glombsche; oder nur meine) Feierschwermut, Melancholie und Endzeitdepression daher. Was nicht nur an der Jahreszeit liegt.

Schon als Kind habe ich mich darauf gefreut, an Ostern das erste Mal wieder Kniestrümpfe anziehen zu können, raus aus diesen grässlichen juckenden, rutschenden Strumpfhosen.

Na, was heißt, „schon als Kind“… nicht, dass jetzt jemand Kopfkino der üblen Art bekommt. Heute freue ich mich aus anderen Gründen. Sonne, kulinarische Familientraditionen, die ausschließlich Ostern vorbehalten sind, das erste Grün, Osterlämmchen (auf den Weiden!!!! – oder höchstens noch aus Rührteig. 😉 ), Farben und Blumenduft überall und Blätterkrokant. Ist außer mir schon mal jemandem aufgefallen, dass es das, zumindest in den üblichen Läden, wirklich nur an Weihnachten und Ostern gibt?

Anbei noch ein Bild von mir; passend zum Anlass in einer Jacke im Kükenlook. 🙂 Der Strand liegt in Wilhelmshaven am Banter See und heißt „Klein-Wangerooge“.

Claudia KlWangerooge bearb

Sonnige Grüße und wunderbare Ostertage, Eure Kitty!

 

 

Was liegt am Strand und spricht undeutlich? ………. ’ne Strandnuschel!

Also, entweder, ich fange an zu nuscheln, die menschliche Bevölkerung hört immer schlechter, oder ich werde einfach alt.

Dass andere meinen Namen meistens nicht richtig verstehen, kenne ich ja mittlerweile. Aus Glomb wird gerne mal Glomm, Klomm, Klomp, Klump, Plomb, Plump, Brumm. Mein Briefträger orientiert sich mittlerweile am Vornamen, das ist einfacher.

Versuche, das zum Beispiel am Telefon richtig zu stellen, enden in der Regel so: „Telecom, guten Tag!“ „Ja, guten Tag, mein Name ist Kitty Glomb.“ „Was kann ich für Sie tun, Frau Krump?“ „Nein, nein, ich heiße Glomb.“ „Ach so, jetzt habe ich sie richtig verstanden, Entschuldigung, Frau Monk!“ „Nein, vorne mit ‚Gl…‘, wie bei ‚Glöckner‘!“ „Heißt der nicht Glööckler?“ Spätestens da gebe ich dann auf, sage „Ja, genau!“ und bin für die Dauer dieses Gespräches halt Frau Glööckler. Solange sich das nicht auf meine Lippen auswirkt, soll es mir recht sein. Ändere die Dinge, die Du ändern kannst, akzeptiere die, die Du nicht ändern kannst.

Ein Mitarbeiter vom Waschmaschinenservice bekam neulich Schluckauf vor Aufregung, weil er „Klum“ verstanden hatte. Ich habe ihn in dem Glauben gelassen. Noch nie waren Monteure – gleich drei an der Zahl – so schnell bei mir, um etwas zu reparieren. Es hat also durchaus Vorteile.

Lustige Situationen hat es deswegen auch schon gegeben. Glomb ist der Mädchenname meiner Mutter. In meiner Familie gibt es den Stoßseufzer „typisch Glomb“, wenn eines der weiblichen Mitglieder sich durch besonders …na, sagen wir mal, originelle…. Worte oder Taten hervorgetan hat. An einem feucht-fröhlichen Weinabend auf der elterlichen Terrasse zum Beispiel. Nachdem wir bereits zwei Stunden gegackert hatten und der Stoßzeufzer ungefähr zum sechsten Mal gen Himmel stieg, entstand eine ganz kleine Erschöpfungspause. Mitten in diese hinein fragte der Freund meiner Schwester Lindy, der uns den ganzen Abend nur kopfschüttelnd beäugt hatte: „Darf ich mal was fragen? Was ist eigentlich ein Glomb?“ Ganz ratlos und ernst. Als könne es sich um eine seltene Käferart handeln. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass diese Episode in die glombschen Familienanalen eingegangen ist.

Einzig habe ich seit ein paar Jahren ein bisschen Bedenken, dass eines Tages ein SEK in voller Montur meine Wohnungstür sprengt und mich hops nimmt, weil einmal zu oft jemand beim Mithören meiner Telefonate den Namen „Bomb“ verstanden hat.

In letzter Zeit ist es jedoch so, dass auch andere Dinge nicht richtig ankommen. Letzte Woche war ich mit meiner Freundin Salena im Bistro. Sie bestellt ein Ginger Ale. Der Kellner, ungefähr 19 Jahre alt, starrt irritiert von einer zu anderen und sagt dann zu ihr: „Schwarztee?“ Wir kichern. Nein, Ginger Ale. Er wird rot. Überlegt, dann: „…einen Chai Latte?!“ Wir kichern lauter. Der Arme. Nö, ein Ginger Ale. Daraufhin outet er sich und fragt, was das ist. Wir erklären es ihm. Das Wort „Schweppes“ ruft ein neues Stirnrunzeln hervor. Ich versuche es mit „schmeckt super mit Southern Comfort“ und dann bestellt Salena eine Cola. Mich beschleicht der Verdacht, dass meine Vorlieben und Gewohnheiten und die von anderen Unverstanden jenseits  der 30 möglichweise in die antiquierte Ecke geraten. Jungvolk versteht zwar vielleicht akustisch, was gemeint ist, aber Ginger Ale kommt bei ihnen so an, wie es bei mir ankam, als meine Eltern auf einer Familienfeier begeistert „Kikeriki“ schrien und ich dachte, oh Gott, nun ist es soweit. Kikeriki ist eine unglaubliche Sauerei aus den 70ern. Eierlikör mit Zitronensprudel.

Oder neulich im Club (‚Kneipe‘ kennt ja auch keiner mehr): „Einen Charly, bitte.“ „Der hat heute frei.“ Ich bin ja schon froh, dass Gin Tonic aktuell zum Modegetränk anvanciert ist und daher meist auch geliefert wird, wenn ich ihn bestelle.

Für die Nuschel-/Gehörtheorie spricht allerdings, dass ich gestern im Fischladen war und gefragt habe, ob ich für heute Thunfischsteaks bestellen kann. „Klar“, sagt die Verkäuferin, „schauen Sie mal hier. Wir haben Winterheilbutt, Hai und Lachs, daraus kann ich Ihnen die Steaks schneiden.“ Entweder kann sie auch Wasser in Wein verwandeln….oder – wie gesagt.

Inzwischen habe ich den Fisch abgeholt. Der offensichtliche Lehrling im Fischgeschäft schwenkt triumphierend eine Tüte, wiegt sie, es sind 750 Gramm. Naja, denk ich, ich wollte drei Thunfischsteaks à 200 Gramm, egal. Der Handel ist fast abgewickelt, als ihn eine Kollegin darüber aufklärt, dass es sich noch um EIN Stück handelt.

„Gut, sag ich, wenn Sie ihn eh noch schneiden müssen, ich brauche drei Stück à 200 Gramm, also 600 Gramm.“ …………Denkpause…….. „Ok. Dann schneide ich das in 3 Stücke.“ „Neeeeeeee,“ sag ich, „dann sind es ja immer noch 750 Gramm.“ Ich spreche laut und sehr deutlich, um mich nicht des Nuschelns schuldig zu machen. ……..Denkpause…… „Dann lass ich also ein Stück über…..“ „Ja,“ sag ich, „das ist eine gute Idee, um dem gewünschten Ergebnis näher zu kommen.“

Er hebt an, den Fisch zu säbeln. In etwa so, wie ich ein hartes, massives Biovollkornbrot verzweifelt durchsäge. Ich kann kaum hingucken. Der arme Kerl – also, der Fisch – stirbt gerade ein zweites Mal. Statt einer glatten Oberfläche erhält das Stück eine Art Wellenschliff. Zudem ist es genau ein Drittel stark.

„Dieses Thunfischsteak ist zu dick.“, sage ich. Er starrt mich an. Vielleicht hat er das vordere ‚h‘ in meinem Thunfisch gehört, das in seinem Tunfisch nicht mehr vorkommt, und das verwirrt ihn bis zur Denk- und Körperlähmung. „Wiegen Sie es mal.“ 260 Gramm. Er schneidet ein zweites Stück. Es wäre gut als Carpaccio zu verwenden. 140 Gramm.

 

Eine Kollegin eilt zur Hilfe und gibt Anweisungen. Der Azubi säbelt das verbliebene Stück waagerecht durch. Ein Lappen – Steak kann man nun wirklich nicht mehr sagen – ist nun auf der einen Seite zwei Millimeter dick, auf der anderen gut vier Zentimeter. Das andere etwa umgekehrt. Durch das eine Ende kann ich ihn hindurchsehen, als er es hochhebt und dann erleichtert einpacken will. Aus den Augen, aus dem Sinn.  Ich erkläre sehr deutlich, dass ich diesen Fisch mit seinen unterschiedlichsten Garpunkten wohl kaum auf den Punkt auf den Tisch bekommen werde, um es mal mit dem typischen „Perfektes Dinner“-Sprachgebrauch zu versuchen. Vielleicht ist er ja TV-affin. „Ja, ach so. Also, soll ich die dickeren nun auch ganz dünn schneiden? Oder vielleicht legen Sie in der Pfanne einfach zwei dünne aufeinander?“

Um es jetzt kurz zu machen: es gibt nachher nun Fischfrikadelle.

Es klingelt. Falls ihr nichts mehr von mir hört, war es das SEK.

Immer schön die Ohren spitzen. Eure Kitty

Alles meins.

Bei Facebook sind ja mal wieder Unmengen an Posts zu finden, weil die Richtlinien geändert wurden. Nun greift die Angst um sich, dass die Fotos von Bello oder Mieze oder der launige Silvestervierzeiler mit jambischem Fuß kopiert und zum Bestseller werden, ohne dass der Urheber das will. Oder etwas davon hat.

Hammer wäre das ja. Wenn ich nur an den Film von Tante Rosies 80. Geburtstag denke. Und Oma meinte schon vor Jahrzehnten, dass meine Schwester und ich eine Cassette mit unserem Blockflötenduett ans Radio schicken sollen. Haben wir nicht gemacht. Schlimm genug, dass wir nicht berühmt geworden sind. Jetzt könnte natürlich Herr Zuckerberg richtig Asche damit machen, wenn ich so leichtsinnig bin, das künstlerische Highlight hochzuladen, ohne auf unsere Rechte zu verweisen. Oma könnte ich nicht mehr unter die Augen treten. Das ist schon mal klar.

Da wird zum Urheber anvanciert, was das Zeug hält. Und ganz offenbar, entgegen meiner eigenen rudimentären juristischen Kenntnisse, ist es so, dass man seine übel bedrohten Rechte wahren kann – und muss! -, indem man schnell hinschreibt, dass man sich das Raubrittertum verbittet. Eine Art virtuelles Faustrecken – Wutschnauben – Spuckespotzen – Brusttrommeln – Kammschwellen. Game of thrones im Wohnzimmerformat. Oder ein virales Perpetuum mobile. Ich weiß, dass Du weißt, dass ich weiß, dass Du weißt….t.b.c.

Zum einen frage ich mich ja, wer der Urheber dieses 1000fach kopierten Beitrags ist. Hoffentlich hat er daran gedacht, sich das Copyright zu sichern, sonst wird er ganz schön blöde gucken. Millionär hätte er damit werden können! Eine Art nicht abgegebener Lottoschein wäre das. Tragisch.

Oder es ist eine Finte. Er schreibt zwar, dass man unter dem Urheberrecht bleibt, wenn man das kopiert – aber wenn das nun nicht stimmt?! Es könnte sich um eine perfide Falle à la Rotkäppchen/Wolf handeln. Außerdem frage ich mich seitdem, wie man unter dem Urheberrecht sein kann. Ich will da nicht drunter sein! Scheiße, wieso bin ich da drunter?!

Zum anderen bin ich ja nicht aus Holz und deswegen denkt ein winziger Teil von mir, dass mich diese Überheblichkeit noch zu Fall bringen wird. Was, wenn die alle Recht haben? Also, nicht nur Urheberrecht? Vielleicht ist es ja doch besser, wenn ich auch schnell nochmal was poste. Bei der Gelegenheit kann ich dann auch gleich auf ein paar andere persönliche und private – MEINE, Mark! – Sachverhalte verweisen, die ich schon lange mal raushauen wollte:

Ich, die Kitty Glomb, im Vollrausch meiner geistlichen Kräfte, erkläre hiermit, dass Herr Zuckerberg und auch sonst keiner meine Fotos klauen darf. Und auch meine Texte. Also, nicht.

Wer das liest, ist doof, und wird mit einer Einheitsstrafe nicht unter 20 Bärchen bestraft. Chef, ich konnte Sie noch nie leiden. Sonja, ich will die Bravo zurück, die ich Dir 1984 geliehen habe. Und das blaue „Denise“-Heft, das mit der Cheerleaderin und dem Captain der Footballmannschaft. Du weißt ganz genau, was ich meine. Auch die gehören MIR!

Jörg, ich verlange dass Du Dir den Gesichtspullover wieder wachsen lässt. Du hast ihn abrasiert, nur, weil ich gesagt habe, dass Du damit blöd aussiehst. Das war meine Idee! Alternativ kannst Du Dir links „Copyright by“ und rechts „Kitty Glomb“ auf die Backen tätowieren lassen. Oder die Wangen.

Puh. Ich denke, damit müsste ich auf der richtigen Seite sein. Ach so, noch vergessen: ich verweise auf den Stahlhut von Rom. Aber das müsste es gewesen sein.

Es kann allerdings sein, dass Ihr jetzt erstmal eine Weile nichts von mir hört. Ich muss schleunigst alle meine anderen Rechte heraussuchen, die durch irgendein Gesetz geschützt sind, und posten, dass das auch wirklich so ist. Bei alleine über 5.000 Bundesgesetzen und -verordnungen wird das dauern.

Immer schön Obacht geben, Ihr Lieben!

Eure Kitty