Alles meins.

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Bei Facebook sind ja mal wieder Unmengen an Posts zu finden, weil die Richtlinien geändert wurden. Nun greift die Angst um sich, dass die Fotos von Bello oder Mieze oder der launige Silvestervierzeiler mit jambischem Fuß kopiert und zum Bestseller werden, ohne dass der Urheber das will. Oder etwas davon hat.

Hammer wäre das ja. Wenn ich nur an den Film von Tante Rosies 80. Geburtstag denke. Und Oma meinte schon vor Jahrzehnten, dass meine Schwester und ich eine Cassette mit unserem Blockflötenduett ans Radio schicken sollen. Haben wir nicht gemacht. Schlimm genug, dass wir nicht berühmt geworden sind. Jetzt könnte natürlich Herr Zuckerberg richtig Asche damit machen, wenn ich so leichtsinnig bin, das künstlerische Highlight hochzuladen, ohne auf unsere Rechte zu verweisen. Oma könnte ich nicht mehr unter die Augen treten. Das ist schon mal klar.

Da wird zum Urheber anvanciert, was das Zeug hält. Und ganz offenbar, entgegen meiner eigenen rudimentären juristischen Kenntnisse, ist es so, dass man seine übel bedrohten Rechte wahren kann – und muss! -, indem man schnell hinschreibt, dass man sich das Raubrittertum verbittet. Eine Art virtuelles Faustrecken – Wutschnauben – Spuckespotzen – Brusttrommeln – Kammschwellen. Game of thrones im Wohnzimmerformat. Oder ein virales Perpetuum mobile. Ich weiß, dass Du weißt, dass ich weiß, dass Du weißt….t.b.c.

Zum einen frage ich mich ja, wer der Urheber dieses 1000fach kopierten Beitrags ist. Hoffentlich hat er daran gedacht, sich das Copyright zu sichern, sonst wird er ganz schön blöde gucken. Millionär hätte er damit werden können! Eine Art nicht abgegebener Lottoschein wäre das. Tragisch.

Oder es ist eine Finte. Er schreibt zwar, dass man unter dem Urheberrecht bleibt, wenn man das kopiert – aber wenn das nun nicht stimmt?! Es könnte sich um eine perfide Falle à la Rotkäppchen/Wolf handeln. Außerdem frage ich mich seitdem, wie man unter dem Urheberrecht sein kann. Ich will da nicht drunter sein! Scheiße, wieso bin ich da drunter?!

Zum anderen bin ich ja nicht aus Holz und deswegen denkt ein winziger Teil von mir, dass mich diese Überheblichkeit noch zu Fall bringen wird. Was, wenn die alle Recht haben? Also, nicht nur Urheberrecht? Vielleicht ist es ja doch besser, wenn ich auch schnell nochmal was poste. Bei der Gelegenheit kann ich dann auch gleich auf ein paar andere persönliche und private – MEINE, Mark! – Sachverhalte verweisen, die ich schon lange mal raushauen wollte:

Ich, die Kitty Glomb, im Vollrausch meiner geistlichen Kräfte, erkläre hiermit, dass Herr Zuckerberg und auch sonst keiner meine Fotos klauen darf. Und auch meine Texte. Also, nicht.

Wer das liest, ist doof, und wird mit einer Einheitsstrafe nicht unter 20 Bärchen bestraft. Chef, ich konnte Sie noch nie leiden. Sonja, ich will die Bravo zurück, die ich Dir 1984 geliehen habe. Und das blaue „Denise“-Heft, das mit der Cheerleaderin und dem Captain der Footballmannschaft. Du weißt ganz genau, was ich meine. Auch die gehören MIR!

Jörg, ich verlange dass Du Dir den Gesichtspullover wieder wachsen lässt. Du hast ihn abrasiert, nur, weil ich gesagt habe, dass Du damit blöd aussiehst. Das war meine Idee! Alternativ kannst Du Dir links „Copyright by“ und rechts „Kitty Glomb“ auf die Backen tätowieren lassen. Oder die Wangen.

Puh. Ich denke, damit müsste ich auf der richtigen Seite sein. Ach so, noch vergessen: ich verweise auf den Stahlhut von Rom. Aber das müsste es gewesen sein.

Es kann allerdings sein, dass Ihr jetzt erstmal eine Weile nichts von mir hört. Ich muss schleunigst alle meine anderen Rechte heraussuchen, die durch irgendein Gesetz geschützt sind, und posten, dass das auch wirklich so ist. Bei alleine über 5.000 Bundesgesetzen und -verordnungen wird das dauern.

Immer schön Obacht geben, Ihr Lieben!

Eure Kitty

 

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