Tag 4.

Tag 4 der positive challenge – Gott, wie die Zeit vergeht.

  1. Ihr habt es ja schon mitbekommen. Irgendwie will es das Schicksal – ich nenne es jetzt einfach mal Horst -, dass ich von einer steten, manchmal durchaus erfreulichen, oft aber mal mehr, mal weniger nervigen Geräuschkulisse umgeben bin. Von wegen, am Park wohnt man ruhig.Es beginnt mit unseren gefiederten Freunden und (meist) federlosen zweibeinigen Paradiesvögeln auf Bänken oder in der Kuschelmuschel (von wegen, Musikmuschel…) , auch gerne mal bei nächtlichen Rollerrennen im Park oder Trinkwettbewerben engagiert, steigert sich über Hunde und rollige Katzen und wird abgelöst von sämtlichen Höllengeräten für draußen, die Hornmann so zu bieten hat. Neulich habe ich einem leicht verblüfften Menschen, voll auf 180 (also, ich) die Leviten gelesen, der gefühlt jeden Tag schräg gegenüber meines Büros ca. eine Stunde herumpustet, um 3 Staubkörner und 2 Blätter wegzublasen. Nächstes Mal nehme ich ihm das Ding einfach weg. So schnell kann der gar nicht gucken. Vielleicht kann man damit auch mal ein Meeting aufmischen. Frischen Wind reinbringen. Was früher die ’neuen Besen‘ waren, ist heute der Laubpuster. Management by Heli wird abgelöst durch MbL. Eventuell eine Marktlücke.Aber das wollte ich gar nicht erzählen. Die neuste Finte von Horst Ende 2014: eine Kernsanierung im Dachgeschoss meines Wohnhauses. Eine Abrissbirne da oben hätte weniger Dreck und Lärm verursacht. Alles von vorne bis hinten eingerüstet, freundlicherweise das Quadratkilometergroße Werbeplakat der Firma B. direkt vor meine Küche gehängt, so dass ich Sonnenfinsternis hatte, Schuttrutsche am Schlafzimmer vorbei, 50 cm Luftlinie, ich dachte manchmal, der 3. Weltkrieg ist ausgebrochen. Schornsteinabriss über drei Stockwerke und weiß der Geier, was die da oben bis vor einer Woche noch so veranstaltet haben. Und der kräht natürlich auch noch lauthals mit.Vor ein paar Tagen wollte ich mal nach dem Wetter sehen, weil auf fb lauter strahlende Posts diesbezüglich zu lesen waren, aber bei mir war alles nebelig und dunkel. Wie sich herausstellte, sind meine Fenster so vollgesaut, als wäre eine Milchglasfolie verklebt, die ein besoffener Designer gestaltet hat. Nachdem ich eins geöffnet hatte und ein Streifen Tageslicht in meine Höhle fiel, wurde das ganze Ausmaß deutlich. Meine ganze Wohnung ist von Baustaub überzogen. Alles. Möbel, Böden, Bilder, Bücher – alles. Eine Riesenschweinerei. Die sind ja zwar eigentlich reinlich, aber ich meine den Zustand, in dem sie sich direkt nach dem Suhlen befinden. Danke, Horst!

    Flugs also den Hausverwalter, Herrn Aster (Name geändert, Anm. der Red.) angeschrieben und ihm freudig mitgeteilt, dass meinerseits nichts einer Terminabsprache für die Grundreinigung zu Lasten des Eigentümers entgegen steht.

    Leider hat er sich bisher nicht gemeldet. Aber – dies hier wäre ja nicht die positive challenge, wenn ich das nicht total klasse finden würde! Ich habe angefangen, kleine Sandburgen zu bauen. Mein Bad gleicht einer entzückenden, kleinen Oase (im Sandsturm) und ich habe auch schon eine Fata Morgana gehabt. Ein Flaschengeist ist mir erschienen. Er roch nach Grappa. Gerade zog ein – zugegebenermaßen sehr kleiner  – Wüstentiger vorbei, und da hinten trabt eine Karawane heran. Auf den Kamelen sitzen Männer mit Bauhelmen.

    Ich werde die Wohnung als Kulisse für ‚Der englische Patient 2‘ sowie ein Remake von ‚Laurenz von Arabien‘ zur Verfügung stellen. Die Verträge sind kurz vor dem Abschluss, aber ich dachte vorher noch an eine Beachparty. Die letzte in einer Wohnung, bei der ich mal war, ist ca. 25 Jahre her. Zu vorgerückter Stunde haben wir die Wände passend zum ausgestreuten Sand mit Wandfarbe dekoriert. Strandszenen. Sonnenuntergänge. Sowas natürlich nur. Äußerst chillig. Naja, es wird jedenfalls dringend mal wieder Zeit.

    Ich geh dann mal Limetten für die Caipis kaufen. Rein kommt nur, wer passende Bekleidung trägt und ein Set aus Schäufelchen, Harke, mindestens drei Förmchen und Eimer sowie ein aufgeblasenes Gummitier dabei hat. Und Horst ist auch eingeladen.

    Hang loose!

  2. Es ist ja schon spät. Um hier langsam mal zum Ende zu kommen, habe ich beschlossen, Euch heute meinen Lieblingswitz zu erzählen. Ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich megalustig ist, oder ob ich langsam einfach nur grenzdebil werde, weil ich immer noch selber drüber lachen muss. Da müsst Ihr jetzt durch.Zwei Kannibalen essen einen Clown. Sagt der eine: ‚Der schmeckt aber komisch.‘ So, schon zuende, ich lache, das ist ja sowas von positiv!

3. Die Sonne hat geschienen.

Fertig! Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.