Tag 5a.

Tag 5a –  weiter im Takt. Nach einem Tag Aussetzen wegen des gefressenen Facebooks bin ich schon kurz vor dem Platzen vor lauter Positivität.

  1. Heute Morgen. Tatort Küche. Ich stelle eine frische Tasse Kaffee auf die Küchenzeile und gehe noch kurz ins Wohnzimmer, Blumen gießen. Komme zurück, nehme den Becher und stelle ihn – umgedreht natürlich, wie man das so macht – in die Spülmaschine. Tja, was soll ich sagen. Eine ziemliche Sauerei.Was war da passiert? Ich vermute Folgendes: gestern, beim Saisonstart im Botanischen Garten, war ich ca. 5 Stunden lang draußen im Dauerregen unterwegs. Und nass bis auf die Knochen, wie man so schön sagt. Ich habe also zuhause erstmal das ganze feuchte Zeug in den Trockner geworfen. Sachen, die den nicht vertragen, auf die Wäscheleine gehängt. Als ich mein Gehirn heute Morgen abgenommen habe, war es noch leicht feucht und etwas zerknittert. Bügeln habe ich mich nicht getraut, also rein damit, was soll’s.Und ich denke, es muss sich jetzt erst noch ein bisschen akklimatisieren nach diesem Ausflug, und entknittern. Es scheint etwas langsamer zu denken und manchmal auch ein bisschen zu holpern. Bis es seine normale Leistung wieder erreicht hat, könnte es also wohl sein, dass es zu der einen oder anderen etwas ungewohnten Verhaltensweise kommt.

    Und ich finde das genial, diese vorübergehende Denkeinschränkung. Also, hoffentlich vorübergehend. Sonst kommt es heute Nacht auf die Heizung. Ich habe des öfteren schon mal darüber nachgedacht, dass es durchaus angenehm sein könnte, mal nicht dauernd nachzudenken. Nicht alles schon immer 10 Schritte im Voraus zu betrachten und abzuwägen und hin und her zu wälzen und dann lieber doch nicht zu machen und all dieses Grübelgedöns.

    Ihr kennt das doch bestimmt auch. Da sitzt jemand vor Dir. Sagen wir mal, ein Kollege. Oder ein Kunde. Wer auch immer. Und erzählt Dir den allerletzten Mist. Er provoziert Dich absichtlich. Du regst Dich auf. Möglicherweise ist er tatsächlich auch noch ein übler Zeitgenosse und er geht Dir sowas von auf die Nerven, dass Du ihn am liebsten anschreien möchtest, dass er seinen Piiiieeeeeps aus der Tür schwingen und niemals mehr zurückkehren soll. Du wirfst ihm noch eine Hirnzelle hinterher (siehe den nächsten Beitrag –  die haben auch Hirnzellen!) und brüllst: Hier hast Du noch eine. Dann sind es zwei, eine zum Atmen und eine zum Denken!!!‘

    Statt dessen kommt Deine gute Erziehung und berufliche Bildung zum Tragen, Dein Gehirn ist schon längst wieder in diesem ‚bloß-nichts-Unüberlegtes-tun-Modus‘ und Du hörst Dich sagen: ‚Herr X, ich würde es gut finden, wenn wir auf eine sachliche Ebene zurückkehren würden. Habe ich Sie gerade richtig verstanden, dass Sie…‘ blablabla, dieses ganze Deeskalationsgesülze, gewaltfreie Kommunikation, Kommunikationsquadrat und so weiter. Das Ende vom Lied: er kapiert ohnehin nicht, was Du meinst, und Dir geht es immer noch schlecht. Na, vielen Dank auch, liebes vernünftiges Gehirn.

    Oder im Straßenverkehr. Da fährt jemand vor Dir. Mit knapp 48 km/h. Da in einem Kilometer ein fester Blitzer kommt, lässt er sich schon mal ausrollen bis dahin. Da könnte ich durchdrehen. Also, zum einen werde ich eine Petition anschieben, sobald ich wieder voll auf der Höhe bin, also die Falten im Oberstübchen raus sind. Für Blitzer, die diejenigen erwischen, die zu LANGSAM unterwegs sind. Mein Adrenalinspiegel steigt jedenfalls jedes Mal in schwindelerregende Höhen und am liebsten würde ich so einer Blindschleiche gerne mal total aus Versehen hinten rein fahren. Das muss eine unglaublich erleichternde Aktion sein. Kennt Ihr den Film ‚Grüne Tomaten?‘ Die Szene auf dem Parkplatz? Genau so. Endorphine pur.

    Aber nein, die gönnt mir Mrs. Vorsicht da oben natürlich nicht. ‚Oh mein Gott. Das ist kriminell. Das geht gar nicht (da hat sie natürlich recht. Aber schön ist so eine Phantasie trotzdem. 🙂 ). Denk nicht mal drüber nach. Und auch aussteigen und anbrüllen nicht. Der Fahrer mit dem Hut vor Dir könnte Dich anzeigen. Oder vor Aufregung ohnmächtig werden. Und wenn das Deine Mutter wüsste.‘

    Aber jetzt grad geht’s. Kein ständiges Gequatsche und Senden irgendwelcher seriösen Impulse von da oben. Was für eine Erfahrung, juchu! Ich werde dieses unerwartete Geschenk nutzen und, wenn ich hier fertig bin, mal ein paar Telefonate erledigen und Emails schreiben, bevor alles wieder trocken ist!

  2. Offenbar hat die nistende Amsel Theos Nesttrieb angeregt. Das ständige Beobachten des Piepmatzes durch die Balkontür hat Spuren hinterlassen. Als ich gerade ins Wohnzimmer kam, habe ich festgestellt, dass er sich mein Glückshormon gekrallt hat. Doch, es ist eins. Ein Makro-Glückshormon. Ich kann sie nur empfehlen. Der Züchter heißt Perlsacktiere.de. Aber wenn Ihr noch ein bisschen wartet, könnt Ihr vielleicht auch eins von mir bekommen. Theo hat beschlossen, das Hormon zu bebrüten. Und wenn alles klappt UND er es nicht vorher auffrisst, gibt es demnächst auch bei mir ein Rudel Glückshormönchen. Ich werde aber sorgfältig abwägen, wer eines bekommt. Der Kerl unter 2. schon mal nicht. Der kann schon froh sein, wenn ich ihm die zweite Hirnzelle hinterwerfe.20150422_204910

3. Kaum zu glauben, aber: die Sonne scheint!

Habt einen schönen Abend und einen positiven Start in die nächste Arbeitswoche!

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