Schlaflos.

Ich kann im Moment sehr schlecht einschlafen. Zuviele Gedanken wuseln durch meinen Kopf und drumherum, verbinden sich zu wilden Buchstabenorgien und finden sich dann in anderen Paarungen wieder, vermehren sich, tanzen Ringelreihen durch’s Schlafzimmer und bilden böse Reime, einige nicht jugendfrei. Die unverschämtesten zupfen an meinen Augenlidern und brüllen mir „Bist Du wach?!?“ ins Ohr.  Demnächst laden sie noch welche aus dem Haus nebenan ein. Oder Zufallsbekanntschaften von der Straße. Nee. Nicht auszudenken, was dann los sein könnte.

Wenn ich doch einschlafe, werde ich davon wach, dass ich laut vor mich hin rede, schimpfe, lache oder mich allgemein aufrege. Das irritiert die Nachbarn, den Kater, die nistende Amsel vor dem Fenster und mich sehr.

Gestern Abend war ich total schlau und habe gedacht: was man aufschreibt, beschäftigt einen nicht mehr so. Das sind ja auch die Tipps, die man in allen einschlägigen Fachzeitschriften so liest. Apothekenumschau bei Oma, Bild der Frau beim Friseur, Men’s health (ich lese nur die Texte, die Bilder interessieren mich nicht 🙂 ), sowas halt.

Also einen kleinen Block, Stift und eine Minitaschenlampe ans Bett gelegt. Soviel vorab: irgendwie hat es schon geklappt. Auf eine gewisse, perfide Art. Allerdings habe ich

  1. die Zeit, die ich sonst wegen der Grübelei im Dunkeln wach liege, nun mit Schreiben bei Licht verbracht. Das ist so ähnlich wie die Mär vom Treppensteigen. Wenn man immer die Treppen nimmt statt den Aufzug, lebt man länger, aber die Zeit, die man länger lebt, verbringt man mit Treppensteigen. So what!
  2. von fünf vollgeschriebenen Seiten heute Morgen nur die letzte entziffern können,
  3. die letzte Seite zwar lesen können, kann mir aber beim besten Willen nicht erklären, warum ich “ Kuh“ „natürlich schön“ und „Deich“ notiert habe.

Wenn es mir einfällt, melde ich mich. Es sei denn, es ist mal wieder nicht jugendfrei.

Schlaft schön, Eure Kitty

Warum ich hier schreibe.

Hi,

ich bin Kitty Glomb. Wie es zu diesem Namen kam, erzähle ich Euch vielleicht irgendwann. 🙂

Mein Deutschlehrer hat mal zu mir gesagt: „Ich weiß ganz genau, dass Sie überhaupt keie Ahnung haben. Aber Sie schreiben so geschickt darum herum, dass ich es Ihnen einfach nicht nachweisen kann.“

Diese Liebe zum kreativen Schreiben hat sich zwar nicht in meinem Beruf manifestiert – eher gar nicht… – aber ist offenbar noch immer latent vorhanden. In einer Nominierung zu „Positive Challenge“ bei Facebook hat sie dann ein Ventil gefunden und ist gleichsam an die Oberfläche gesprengt worden. Mit dem Ergebnis, dass mir dieser Blog übereignet wurde (ich wurde nicht gefragt 🙂 ), damit ich weiterschreiben kann. Vielleicht wollte auch nur die fb-Gemeinde meine langen Ergüsse nicht mehr lesen.

Na dann – Edelsenf auf’s Leben und überhaupt. Und manchmal statt dessen vielleicht Zuckerguss und Liebesperlen.

Viel Spaß beim Lesen!